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seiner Errichtung, 1901, ist das Thomas-Denkmal auf dem Kirchplatz
beheimatet und war schon seit Anbeginn Anziehungspunkt
für viele Gläubige |
Der
Kirchplatz ist inzwischen umbenannt in "An St. Marien". An Nr. 11 soll das Elternhaus von Thomas Hemerken gestanden haben. |
| Verschiedene
Großansichten
alter Photos des Thomas-Denkmals: KLICK |
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Thomas
von Kempen (1380 – 1471)
Der
Name Thomas von Kempen ist unzertrennbar mit der Stadt am Niederrhein verbunden.
So sehen das
auch wohl die Kempener, die sich die Bewahrung des Andenkens ihres größten
Sohnes zur besonderen Aufgabe gemacht haben. Sie nennen Kempen die „Thomasstadt“.
Das Gymnasium
Thomaeum
trägt seit 300 Jahren seinen Namen. Als das Gymnasium in der Burg
untergebracht war, stellte man sein lebensgroßes Standbild in eine
Nische hoch über dem Burgportal, von wo aus es noch heute auf die
Stadt blickt: Thomas ist damit die „höchstgestellte Persönlichkeit
Kempens“.
Der
Kempener
Thomas-Verlag
gibt in seiner Tradition Bücher heraus, und das Stadtmuseum
verwahrt die Erinnerungen an ihn in einer eigenen Abteilung. Seit 1901
ist er seinen Nachfahren auch in bronzener Überlebensgröße
gegenwärtig – auf seinem Denkmalpodest an der Propsteikirche
St. Mariae Geburt mit seinem berühmten Buch in der Hand.
Wer
war dieser Thomas von Kempen? Er war nicht etwa Spross einer adeligen Familie,
sondern nannte sich nach seinem niederrheinischen Geburtsort – ein bei
Mönchen und Gelehrten im Mittelalter vielfach geübter Brauch.
„Bürgerlich“ hieß er Thomas Hemerken oder Hamerken. Man
deutet das als einen Hinweis auf den Beruf und das Werkzeug seines Vaters,
in dem man einen Kupferschmied vermutet. Auch wann Thomas geboren ist,
weiß man nur ungefähr: zwischen dem 29. September 1379 und 24.
Juli 1380. Dagegen ist man einigermaßen sicher, dass seine Eltern
in Kempen am Kirchplatz wohnten – dort, wo heute an dem Haus Nr. 11 eine
Plakette ist und sein Denkmal steht.
Mit
13 oder 14 Jahren schickten ihn seine Eltern zu seinem älteren Bruder
Johannes nach Deventer in den Niederlanden, der dort Augustiner-Chorherr
bei der Windesheimer Kongregation war. In Deventer besuchte Thomas als
Stipendiat die Stadtschule, die nach heutigen Begriffen in etwa einer Hochschule
gleichkam.
1399 folgte
er seinem Bruder nach Zwolle. Johannes war dort erster Prior des neu gegründeten
Klosters St. Agnetenberg geworden. Thomas wurde Ordens- Novize. 1406 legte
er seine Gelübde ab. 1414 erhielt er die Priesterweihe.
Mit
nur kurzer Unterbrechung verbrachte Thomas fortan sein Leben auf dem Agnetenberg,
verfasste selber Schriften oder wirkte als „Abschreiber“ von Texten, darunter
auch der Bibel – vor der Erfindung der Buchdruckerkunst
die einzige Vervielfältigungsmöglichkeit.
Insgesamt gibt es 40 Buchtitel, die ihm „zugeschrieben“
werden. Fast alle sind in lateinischer Sprache
verfasst. Die meisten stammen eindeutig von ihm selbst.
Dazu gehören Biographien, die Klosterchronik
und seine Predigten.
Die
„Imitatio Christi“ – „Nachfolge Christi“ ist sein bedeutendstes Werk. Das
er sich darin nicht als Verfasser nennt und das Buch alle seine anderen
Werke weit überragt, hat zwar Jahrhunderte später den Urheberstreit
ausgelöst. Aber seit dem 16. Jh. Ist die „Nachfolge“ mit seinem Namen
verbunden. Diesen
Titel hat das um 1425 entstandene Buch vom einleitenden Zitat aus dem Johannes-Evangelium:
„Wer
mir nachfolget, der wandelt nicht im Finstern, spricht der Herr.“
Das
Thema ist in vier Traktaten – Kapiteln – abgehandelt. Ihre Überschriften
sind: Ratschläge zu einem geistlichen Leben – Mahnungen zu einem Leben
der Innerlichkeit – vom inneren Troste – Vom heiligen Sakrament.
Es sind Lebensweisheiten,
die Thomas aus einer tiefen Frömmigkeit heraus seinen Lesern vermittelt,
allgemein gültig und lebendig beschrieben. Nicht von ungefähr
findet man deshalb auch im Kempener Kramermuseum
Übersetzungen aus aller Herren Länder.
Thomas
von Kempen wurde 91 Jahre alt. Am 25. Juli 1471 beschloss er sein langes
und erfülltes Klosterleben. Seine Reliquien befanden sich bis 2006
in der Michaeliskirche in Zwolle. Seine neue Ruhestätte ist nun die
Basilika Unserer Lieben Frau.
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Im
folgenden Zitate aus der „Nachfolge Christi“, ein Werk, das lange Zeit
neben der Bibel weit ver-
breitet war.
Über 500 Jahre sind sie alt und doch
so jung und
aktuell wie eh und je. Thomas von Kempen (lat. a Kempis) hat sie geschrieben.
Das ist unstreitig.
Ob er sie allerdings auch
erdacht hat,
ist im Streit – mit leichten Vor-
teilen für
seine Urheberschaft. |
Wenn
du willst, dass andere dich ertragen, so ertrage du sie zuerst. Es gibt
Menschen, die dauerhaften Frieden mit sich selbst haben und auch mit anderen
in Frieden leben. Es gibt aber auch Menschen, die weder in sich Frieden
haben, noch andere in Frieden lassen. Sie sind anderen lästig, aber
sich selbst noch mehr.
– II. Buch.
Kapitel 2+3 –
Gott,
der Ewige und Unermessliche, dessen Allmacht ohne Grenze und dessen Liebe
über alles Begriffe ist, wirkt große und unerforschliche Wunder
im Himmel und auf Erden, und seine wundervollen Werke vermag kein forschender
Verstand zu ergänzen. Denn währen die Werke Gottes nur so groß,
dass menschliche Vernunft sie begreifen könnte, so währen sie
nicht wunderbar, nicht unaussprechlich zu nennen.
– IV. Buch.
Kapitel 18 –

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