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Vogelblick auf die Kirche mit Gasthof Lingen (re.)
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...mit Bekleidungshaus Niermann
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50er-Jahre-Blick von der Kuhstaße aus
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Heute schaut man aufs Rathaus vor der Kirche
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| Verschiedene
Großansichten
alter Photos der Propsteikirche: KLICK |
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Die
Propsteikirche "St. Mariae Geburt"
Sie
steht beinahe im Schnittpunkt des uralten Straßenkreuzes, das die
vier Himmelsrichtungen angibt.
Früher
wie heute ist sie von einem Kranz von Häusern umgeben, die den Kirchhof
abgrenzen: die Propsteikirche St. Mariae Geburt, Stadtkirche der Kempener,
die die Feldkirche St. Peter
als Pfarrkirche ablöste.
Der
Grundstein zu der zunächst kleineren, aber schon dreischiffigen romanischen
Kirche wurde um 1200 gelegt. Um 1250 folgte der Turm. Die Verleihung der
Stadtrechte löste dann eine fast 150-jährige Kirchenbautätigkeit
aus. Man erweiterte, veränderte im gotischen Stil und erneuerte –
je nachdem, ob neben den sonstigen städtischen Belangen Zeit und Geld
vorhanden waren.
Den Abschluss
bildeten 1454 – 58 der neue achteckige Turmhelm und ein neuer Fußbodenbelag.
Das Material
für den Turmhelm brachten Zimmermann und Dachdecker mit. Die Steine
für den Fußboden indessen mußten aus Namur herangeschafft
werden: per Schiff über die Maas und mit 98 Pferdewagen über
Land.
Seit
dieser Zeit hat die Kirche ihr Gesicht kaum verändert, obwohl sie
manche Widrigkeiten hat durchstehen müssen. Am schlimmsten traf sie
der letzte Krieg, wo am 2. März 1945 – also buchstäblich in letzter
Kriegsminute vor dem Einmarsch der Alliierten – noch eine Fliegerbombe
einschlug, einen der Hauptpfeiler traf und große Teile der Kirche
zum Einsturz brachte. Aber man setzte alles daran, das Gotteshaus alsbald
in seiner alten Schönheit wieder herzustellen. 1950 – als die Kirche
ihren 750. Geburtstag feierte – hatte man das Wiederaufbauwerk vollendet.
In
einem Festzug ließ man die vertrauten Gestalten Kempener Geschichte
an ihrer alten-neuen Kirche vorbeiziehen: Reyanza mit ihren Töchtern,
Thomas
von Kempen und auch die Amtmänner, Schultheißen
und bischöflichen Kurfürsten.
Wer
nicht nur vorbeizieht, sondern auch hineingeht, trifft auf die originale
und reiche Ausstattung aus alter Zeit: den Taufstein aus dem frühen
13. Jh. etwa, in dem noch immer die kleinen Kempener getauft werden, wie
auch Jahrhunderte zuvor der große Thomas von Kempen, als er noch
klein war. Man findet das Sakramentshäuschen von 1461, das Chorgestühl
von 1493, den prächtigen Hochaltar von 1513 und den alten Orgelprospekt
von 1540. Das alles und noch vieles mehr wurde – einschließlich der
Glasfenster – gerettet, weil man es frühzeitig ausgebaut und in sicheren
Kellern verwahrt hatte, ehe der Luftkrieg begann.
| Die
Kempener Kirche ist noch immer Mittelpunkt des Kempener Landes. Das wurde
1935 dadurch gewürdigt, dass sie zur Propsteikirche erhoben und ihr
Pfarrer zum Propst ernannt wurde (von lat. propositus = vorgesetzt). Denn
von Kempen aus sind einstmals die Kirchen in St. Hubert, Hüls, Osterath,
Willich, Schiefbahn, St. Tönis, Vorst und Anrath gegründet worden
- alles Namen, die das alte Kempener Land umschreiben.
Quelle:
Radwanderweg-Niederrhein |
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